Sony Alpha 6000 Test

Sony Alpha 6000 – Sonys neue Generation der Systemkameras

Mit der Sony Alpha 6000 beendet der Hersteller die erfolgreiche NEX-Serie seiner Systemkameras. Gleichzeitig wird der Preis kräftig reduziert. Aber kann das funktionieren? Immerhin drängt sich direkt die Frage auf, woran genau gespart wurde. Der Artikel zeigt, was das Nachfolgermodell wirklich leisten kann und wo eventuell die Schwächen liegen.

Angebot
Sony Alpha 6000 Systemkamera (24 Megapixel, 7,6 cm (3") LCD-Display, Exmor APS-C Sensor, Full-HD,...
  • Objektivkompatibilität: Sony E-Mount-Objektive, APS-C Sensors mit 24,3 Megapixel Auflösung
  • Aufnahmeformat (Standbilder): JPEG-kompatibel (DCF Version 2.0, Exif Version 2.3, MPF Baseline-kompatibel), RAW (Sony ARW 2.3 Format)
  • Aufnahmeformat: AVCHD 2.0 / MP4; Fokustyp: Schneller Hybrid-Autofokus (AF-Phasendetektion/AF-Kontrastdetektion); Messfeld: 179 Punkte (AF-Phasendetektion) / 25 Punkte (AF-Kontrastdetektion); ISO 100-25600; Ca. 90 Grad nach oben, ca. 45 Grad nach unten

Letzte Aktualisierung am 21.09.2017 um 12:02 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Die Sony Alpha 6000 – Kompaktes Design, ausgewogenes Handling

Das Design des Gehäuses erinnert bei der Sony Alpha 6000 stark an die NEX-6. Aber nicht nur der Look ist etwas retro. Auch das Material. Trotz des zunächst wertigen Eindrucks, besteht es vollständig aus Kunststoff. Dafür ist es sehr kompakt. Und der dezente Handgriff sorgt dafür, dass die Systemkamera gut in der Hand liegt. Das liegt nicht zuletzt auch an dem ledrigen Überzug und der Daumenmulde. Die Bedienelemente auf der Kamerarückseite hätten hingegen etwas größer ausfallen können. Sie lassen sich hingegen noch gut nutzen. Nur das Einstellrad bietet zu wenig Widerstand – das könnte zu unbeabsichtigten Veränderungen der Einstellungen führen.

Allerdings wurde bei der Sony Alpha 6000 nicht nur beim Gehäuse gespart. Genauso fallen technisch ein paar Kleinigkeiten auf.

Die Sony Alpha 6000 im technischen Überblick

Zunächst fallen kleinere Feinheiten bei der Sony Alpha 6000 auf. So löst der elektronische Sucher deutlich geringer als bei vorherigen NEX-Modellen auf. Allerdings merkt man das dank der neuen OLED-Technik gar nicht. Die Kontraste sind sehr differenziert und die Farben einwandfrei. Nur das Okular ist etwas klein geraten, dafür verfügt es über eine gute Dioptrienkorrektur. Außerdem ist das rückwärtige 3″-Display klappbar und löst immerhin mit 921.600 Bildpunkten auf.

Wie schon bei vorherigen Modellen erreicht der Sensor eine Auflösung von 24,7 Megapixel im Seitenverhältnis 3:2. Als Objektiv dient im Set ein Powerzoom E PZ 16-50/F3.5-5.6 OSS. Dabei ist der Motorzoom ein echtes Highlight. Gleiches gilt für den Auto-Fokus, der mit 179 Vergleichssensoren nahezu das gesamte Sucherfeld abdeckt. Vor allem arbeitet er schnell und zuverlässig, so dass Bildserien perfekt gelingen. Aber auch bei Videoaufnahmen in FullHD lässt er ordentlich die Muskeln spielen.

Ansonsten sind natürlich viele Extras, wie z.B. zahlreiche Programmautomatiken, bereits integriert. Besonders imposant sind sieben frei belegbare Tasten, die sich insbesondere für die spätere Bedienung als äußerst nützlich erweisen. Wer lieber selbst die volle Kontrolle übernimmt, wird wiederum von den vielfältigen manuellen Einstellungsmöglichkeiten begeistert sein. Ein Wehmutstropfen verbleibt: Bei der Sony Alpha 6000 lässt sich kein künstlicher Horizont über das Sucherbild legen – bei den Vorgängern war das noch möglich. Aber wie sieht es mit der Bildqualität aus?

Bei der Sony Alpha 6000 wurde nicht an der Bildqualität gespart

Mit über 24 Megapixel stellt der Sensor hohe Anforderungen an das Objektiv der Sony Alpha 6000 . Genauso an die Bildaufbereitung. Aber von Sparmaßnahmen merkt man dabei nichts: Luminanz- und Farbrauschen sind bis ISO 12.800 überhaupt kein Problem. Sogar die Texturschärfe bleibt bis ISO 6.400 hoch, bis ISO 1.600 sehr gut. Das macht schon einmal Lust auf mehr und setzt sich bei der Eigendynamik fort. Erst ab ISO 12.800 wird es kritisch. Bis ISO 400 erreicht die Sony Alpha 6000 sogar beinahe das Maximum von 256 Tonwertstufen je Kanal. Das hat Studiopotenzial! Zumindest wenn eine naturgetreue Farbreproduktion nicht wichtig ist. Für möglichst hohe Werte sollte man das RAW-Format definitiv bevorzugen.

Ein paar Abstriche sind wiederum auch bei der Auflösung hinzunehmen. Während die Sony Alpha 6000 bei der optimalen Blende F5.6 satte 60 Linienpaare pro Millimeter auflöst, zeigt sie Schwächen am Bildrand und im Telebereich. Im Weitwinkel verliert die Auflösung bis zu 60 %, im Telebereich werden immerhin noch 50 Linienpaare im Schnitt erreicht. Das Powerzoom-Objektiv schlägt sich zwar tapfer, wird aber von der OSS Vario-Tessar-Variante, die ebenfalls in einem Set erhältlich ist, definitiv übertrumpft.

Top Systemkamera trotz Sparmaßnahmen: Die Sony Alpha 6000

Zwar merkt man der Sony Alpha 6000 an, woran bei ihr gespart wurde, eins muss man ihr aber lassen: Trotz der Einsparungen ist sie insgesamt gelungen. Die Bildqualität stimmt, der Auto-Fokus ist genial und die überarbeiteten Einstellungsmenüs wirken sich positiv auf das Handling aus. Sicherlich wäre ein Metallgehäuse wünschenswert und die fehlende Funktion des künstlichen Horizonts mag nerven. Allerdings erhält man für weniger Geld eine gute Systemkamera, die nicht nur das Preis-/Leistungsverhältnis der Vorgängermodelle übertrifft. Wer eine schnappschusstaugliche Systemkamera mit Profifunktionen sucht, wird von der Sony Alpha 6000 definitiv nicht enttäuscht sein!

Die Sony Alpha 6000 in schwarz von vorne mit objektiv

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